Olympia
Tod und Spiele!
Volxsport statt FIFA WM der Männer

mercedesWir haben uns in der Nacht zum 9.Juli an zwei Mercedes Benz/DaimlerChrysler Niederlassungen zu schaffen gemacht. In der Ollenhauerstraße haben wir für Glasbruch und in der Blankenburger Straße für Molliregen gesorgt.  Internationale Solidarität und Protest über Militär/Polizei war wiedereinmal unser Beweggrund.

Mercedes Benz/DaimlerChrysler:
„In der Firmengeschichte der Daimler-Benz AG/DaimlerChrysler AG gibt es vor allem einen Kontinuitätsstrang: (Mit-)Täterschaft an Raub und Mord in aller Welt; sei es im damaligen Burenregime in Südafrika, der früheren Militärdiktatur in Argentinien oder dem weltweiten Einsatz von Daimler -Kriegsprodukten wie im neuerlichen Feldzug gegen Jugoslawien.“
(Militante Gruppe 2001)

Mittlerweile sind viele weitere Orte und Taten zu den genannten dazugekommen und der Kontinuitätsstrang setzt sich munter fort.
Mercedes Benz Military Vehicles Produziert und liefert Fahrzeuge unterschiedlichster Ausführungen und Größen. Von kleinen mobilen Jeeps zur Aufklärung und schnelles Eingreifen, bis zum schweren geländegängigen Transporter der mit Anhänger in der Lage ist selbst die größten Panzer zu bewegen.
Fahrzeuge von Mercedes Benz können auch als „dual use“ Güter für die Polizei verwendet werden.
Dies ist zum Beipiel im Iran und Brasilien der Fall. Der Begriff „dual use“ beschreibt eigendlich die Möglichkeit der militärischen Nutzung von ursprünglich Zivilen Geräten/Fahrzeugen. Die ungennauigkeit die entsteht, wenn Güter über ein zwei-Wege System (zivil/militärisch) verfügen, führt häufig nicht nur zu Erfassungsschwierigkeiten was Rüstungsexporte angeht, sondern ermöglicht auch die Belieferung von „Problematischen Ländern“. Wir verwenden den Begriff auch im Zusammenhang mit der Polizei, da diese, vor allem in Brasilien, immer weiter militarisiert wird.

Ägypten, Algerien, Iran, Libyen und Tunesien gehören zu den Ländern die von Mercedes Benz beliefert wurden. Diese Länder wurden in den letzten Jahren von Aufständen und Revolutionen bestimmt, in dehnen die Fahrzeuge von Mercedes Benz immer eine Regimestützende Funktion eingenommen haben, es sei denn sie wurden erbeutet. Bewegungen die versuchten aus ihren Regimen auszubrechen wurden brutal niedergeschlagen.
Dies wurde nicht nur mit den Military Vehicles getan, sondern zum Beispiel auch mit umgebauten Fahrzeugen, welche dann der Polizei zugute kamen (Iran).
Nigeria, Pakistan, Saudi-Arabien können ebenfalls aufgeführt werden und werden gleichzeitig mit schweren Menschenrechtsverletzungen von staatlicher und nichtstaatlicher Seite in Verbindung gebracht.
Die Belieferung an unzählige Armeen führt zu einer sich noch roter färbenden Geschichte von Mercedes Benz. Der Einsatz von Fahrzeugen des Mercedes Benz Konzerns in Afgahnistan macht sie ebenfalls mitschuldig an dem Massenmord von hunderttausenden von zivilen Opfern.

Die Military Vehicles sowie Polizeifahrzeuge sind zwar selber nicht bewaffnet, dennoch ist es einleuchtend das Konflikte/Kriege ohne Transportlogistik kaum so stattfinden können, wie sie es tun. Es steht außer Frage das Mercedes Benz/DaimlerChrysler ein gewichtiges Kettenglied im Kreisel des tötens ist.

All die erwähnten Probleme verwundern im grunde genommen nicht sonderlich. Es ist nicht überraschend, sondern grausam und steht entgegen jeglicher emanzipatorischer Entwicklung bzw. elementaren Lebensnotwendigkeiten. Das sich der Kontinuitätsstrang so ohne weiteres fortsetzen läßt zeigt die ganze Problematik auf in der sich die Kapitalistisch normierte Gesellschaft befindet. Trotz offensichtlicher Hinweise und für jeden und jede zugängliche Informationen, gibt es keinen Stopp der Produktion von militärischen und polizeilichen Fahrzeugen.
Zahnlose Kontrollgremien und Menschenrechtsorganisationen sind gennauso wirkungslos wie einzelne Angriffe auf einzelne Ableger.
Das System der Kapitalistischen Gesellschaft kann man nicht abbrennen und nicht mit hämmern zerschlagen. Sowas kann nur ein kleiner Beitrag sein, um ein Denken über die Verhältnisse überhaupt erst anzustoßen. Die verbreitete Meinung über Rüstungsgüter und Exporte das „wenn nicht wir, eben wer anders“ es machen würde, zeigt wie sehr kapitalistisches Denken schon zwischenmenschliches Denken verdrängt hat.
Die Verbots oder Beschränkungsforderung gegenüber der Rüstung wird als alleinstehender Fakt wahrgenommen und die Gründe weshalb die Forderung gestellt wird, werden nicht geflektiert. Rüstung ist ein Marktsegment neben vielen anderen und die Verbotsforderungen werden als wirtschaftlicher Verlust bzw. Zugewinn der Volkswirtschaft verstanden. Trotz teilweise recht weit verbreiteter Ablehnung gegenüber Krieg, ja sogar Rüstungsexporten, scheitern wirkungsvolle Verbotsforderungen in den meisten Fällen an der Kapitalistischen Hürde. Nähmlich das eine aufgeweichte Antikriegsposition im Angesicht der sogenannten Sachzwänge zerbrechen muß.

Was Bewußtseinsänderung bzw. Denkanstöße angeht, haben wir uns kladestin auf den Weg gemacht. Ein wenig Feuer und ein bisschen Lärm vermögen vielleicht die grausige Weltnormalität in die stillen Straßen einer, im Vergleich zum großen Rest, vom Wohlstand und Ablenkung gesättigten Gesellschaft tragen.

Das Suchen und Finden sowie Ausprobieren von Beziehungs und Produktionsformen, welche den Kapitalistischen Rahmen überwinden, muß weiterhin die Hauptaufgabe aller Menschen sein.

Brasilien:
Deutschland ist mit 447 Millionen US-Dollar der größte Rüstungslieferant an Braslilien (09-13). Enthalten sind dabei großmilitärisches Gerät wie Panzer und Boote. 2012 wurden allerdings auch über 500 Sturmgewehre gekauft.
Die oben erwähnten Polizeilichen Fahrzeuge werden in dieser Liste nicht geführt. Gründe hierfür wurden ebenfalls angeschnitten. Mercedes Benz weisen die Verantwortung von sich, wie das eben so üblich ist. Ganz ähnlich verhält es sich zum Beipiel mit G36 Gewehren von Heckler und Koch die in Mexico auftreten.

Der Verwertungsdrang des Kapitals läßt sich nicht mit Labeln und zivilen Iniativen stoppen. Label werden von millionenkonzernen aka Public Relations Agenturen erstellt und selbst wenn diese Anstrengung nicht unternommen wird, stellt man am Ende fest, dass der Staat nicht das Wohl von Menschen im Sinn hat.

So fahren die gepanzerten Fahrzeuge (Mercedes Benz) weiterhin durch Straßen und auch in die Favelas. Die Operationen werden quasie militärisch durchgeführt und werden in der Brasilianischen Berichterstattung teilweise wie die Invasion hinter feindliche Linien dargestellt.
Regelmäßig kommt es dabei zu brutalen übergriffen und extralegalen Hinrichtungen von „schuldigen“ und „unschuldigen“. Widerstand gegen diese Einsätze gibt es kaum und wenn, dann nur von drogenkartellen, welche wir nicht als Ziel unserer Solidarität sehen. Widerstand ist gegen solche Operationen auch nicht zu empfehlen, eine liberale Öffentlichkeit scheint nicht in der Lage sich effektiv gegen die Vertreibung von hunderttausenden einsetzen zu können.
Einer der wenigen antagonistischen Funken war der Angriff auf eine Mercedes Benz Niederlassung während einer WM-Protestdemo in Brasilien.

Die nach der militär/polizeioperation folgende Besetzung mit „befriedenden“ Bullen ist der Part der „weichen Repression“ die die Favela „in die Stadt zurückholen soll“.

Nicht alles kann unter Kapitalismus subsumiert werden, dennoch sind die Tendenzen des Kapitalflusses nicht zu übersehen. „Befriedete“ Favelas werden erstmals als interessantes Bauland für teure Wohnungen und Seilzüge wahrgenommen. Strom und Fernsehen, welches es auch gab bevor die Bullen da waren, kosten nun „plötzlich“ Geld.
Hatten die Drogenkartelle früher noch eine gewisse Subsistenzfunktion neben ihren Drogentätigkeiten, üben sie diese heute kaum mehr aus.
So oder so, der Kapitalismus als abstraktes System gewinnt und auf der Strecke bleiben ungezählte traumatisierte, verletzte, vertriebene, tote.

Die Aktionen mögen wieder als nicht zielgennau oder völlig aus dem Rahmen tituliert werden.
Zielgennau wäre es in der Tat die Produktionshallen von Mercedes Benz Military Vehicles anzuzünden. Dafür gibt es aber in Deutschland, im Gegensatz zu manch anderen ländern, Jahrelangen Knast, den wir nicht in Kauf nehmen, sollange die Deutungshoheit von Pappfiguren wie zum Beispiel Torsten Kühne akzeptiert wird.
Das die Aktionen den demokratischen Rahmen verlassen und diesem auch weiterhin fernbleiben, haben wir schon öfters in teilen erklärt.
Reaktionen auf Meinungen und Kommentare des Meinungsapperates sollen nicht mit Kommunikation verwechselt werden. Wir machen uns auf den Weg um „praktisch zu problematisieren“ und dazu gehört auch das gelegentliche Eingreifen in den üblichen Diskurs.

Unsere Solidarität gilt den Menschen die in Brasilien der „Sicherheit“ von WM und Olympia zum Opfer fallen und dehnen die sich, so gut sie können, gegen sie wehren.
Solidarität geht auch raus an O.Rast der fälschlicherweise der (mg)-Mitgliedschaft zugeordnet wurde und einen MAN Transporter anzünden wollte. Mercedes Benz und MAN sind zwar nicht dieselben, aber sie gleichen sich.
Grüße gehen raus an „unsere“ unbekannten Gefährt_innen, die den Bullen in den letzten Nächten das Leben schwer gemacht haben sowie an die Gruppen die Mercedes Benz in den letzten Jahren militant aufgesucht haben.

Gruppo Informale

Quelle: linksunten

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