Olympia
Tod und Spiele!
NOlympia Berlin -Volxsport statt Olympia
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VolxsportstattOlympiaOlympiabewerbung Berlin 2024 „Volksport statt Olympia“ Wir dachten an einen verspäteten Aprilscherz, als vor 8 Wochen der Senat den Hut in den Ring schmiss. Neben Hamburg will sich Berlin um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 bewerben. Diese Stadt mit ihrer unseligen Tradition der Nazi-Olympiade 1936 will es nach dem Desaster von 1993 noch mal wagen? Auf welchem Planeten leben die Herrn Wowereit und Henkel? Haben die nicht mehr alle Tassen im Schrank?

 

Angesichts der Flughafenpleite in Schönefeld, wer glaubt denn allen ernstes in dieser Stadt, dass die da oben auch nur ein weiteres Projekt in dieser Größenordnung hin bekommen? Und Olympia bedeutet, dass mindestens drei oder vier weitere Milliardenbauprojekte anstehen.

Allein schon deshalb muss mensch gegen Olympia sein. Am 6. Dezember will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden, ob Hamburg oder Berlin ins Rennen geschickt wird.

 

Wir denken, wie Anfang der 90 er Jahre haben wir auch diesmal gute Chancen dem Senat das zu vermasseln und zu gewinnen! Wenn wir es richtig anpacken, wenn wir es schaffen der internationalen Öffentlichkeit, also auch dem IOC klar zu machen, dass Olympia hier in der Stadt auf Protest und Widerstand stößt.

 

Wir wollen hier nicht weit ausholen, klar dürfte sein – und das zeigt einfach die Geschichte der Spiele in Barcelona, Athen oder London (um nur die europäischen Sommerspielorte der letzten 20 Jahre an zu führen) – dass es einen erheblichen neuen Gentrifizierungsschub geben wird mit all den negativen Folgen, unter der der Großteil der Berliner Bevölkerung schon jetzt zu leiden hat.

 

In dem gerade gegründeten NOlympiabündnis wird ja dazu schon einiges gesagt. Wir wollen aber auf was anderes Grundsätzlicheres hinaus: Wie von uns schon vor 20 Jahren gesagt, Olympia hat mit Sport nur noch so viel zu tun wie das IOC mit Transparenz, Fairness und Bescheidenheit.

Im Vordergrund steht der Profit, das Machtstreben und die Kommerzialisierung. Das IOC ist heute mit einem Milliardenvermögen (allein für die Verlängerung der Fernsehrechte für den US-Amerikanischen Sender NBC von 2020 bis 2032 kassierte das IOC jetzt 7.5 Milliarden $) der reichste Sportbund der Welt. Neben dem Fernsehen ist die Haupteinnahmequelle das Sponsoring.

Coca Cola, Siemens, Samsung, Daimler Benz usw. sind immer dabei, wenn irgendwo die Olympischen Ringe zu sehen sind.

Diese totale Kommerzialisierung hat unter dem faschistischen Expräsidenten Samaranch angefangen und wird jetzt durch den deutschen ehemaligen Konzernlobbyisten Bach fortgeführt. Die Konzerne und das IOC diktieren die Bedingungen, schließlich ist Olympia heute eine Milliardengeschäft. Und trotz aller und immer wieder neuer Korruptionsskandale ist von Transparenz oder gar demokratischen Rechten der aktiven OlympiasportlerInnen bei der Besetzung der lukrativen Posten innerhalb des IOC natürlich keine Rede. Das IOC ist und bleibt ein korrupter Sauhaufen!

 

Wie blöd und naiv sind die Berliner ‚Grünen‘, die allen ernstes angesichts der erneuten Bewerbung Berlins verlauten ließen, sie seinen ja nicht prinzipiell gegen Olympia? Sie könnten die Bewerbung aber nur unterstützen, wenn vorher das IOC ordentlich reformiert werden würde. Da sind ihre ParteifreundInnen aus dem Münchener Raum schon deutlich weiter. Durch die Auseinandersetzung mit dem IOC rund um die Bewerbung von München / Garmisch-Partenkirchen 2013 haben sie einen deutlich realistischeren Blick auf das IOC und die Machtverhältnisse zwischen IOC und Bewerberstädten.

Der Berliner SPD Chef Stöß setzte in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel noch einen drauf: „Eigentlich müsste sich das IOC eher bei Berlin bewerben; zudem hatte er Reformen im IOC angemahnt. Und Berlin werde sich nicht zwingen lassen, nur mit IOC-Sponsoren zusammenzuarbeiten“ (so fasste der Tsp. vom 5. 8. 14 das Interview zusammen). Wo lebt eigentlich dieser Stöß?

Das IOC schließt spezielle, sogenannte Host-City-Verträge mit den Ausrichtungsstädten ab, wo alles nach der Pfeife des IOC tanzen muss. Wie die FIFA kürzlich in Brasilien, schreiben sie allen möglichen Scheiß bis ins kleinste Detail vor: wer welche Getränke irgendwo verkaufen darf, wer wo im Stadion sitzen darf, wie die Sportstätten ausgestattet sind etc etc.

 

Angesichts der horrenden Preisgelder und beim Medaillengewinn zu erwartenden Sponsorenverträge ist es auch nicht weiter verwunderlich, das die Spiele immer mehr zu einem Schaulaufen der neusten Doping-Präparate verkommen. Die Athletinnen pumpen damit ihren Körper voll, um mit Höchstleistungen den Dollarsegen abzugreifen. Nach wie vor sperrt sich das IOC gegen scharfe Dopingkontrollen. Allen voran wehrt sich der deutsche Präsident Bach gegen mehrjährige Sperren für Dopingsünder. Warum wohl? Ohne Rekorde gibt es keine hohen Fernseh-Einschaltquoten und damit Verluste für die Sponsoren. Was hat das alles noch mit Sport zu tun? Es sind einfach nur noch Gladiatorenkämpfe im Namen des Kommerz.

 

Zu den Kosten nur zwei, drei Sätze, weil alles was wir vor 20 Jahren sagten, auch heute noch voll zutrifft. Mal abgesehen von den Wahnsinnssummen für die letzten Winterspiele in Sotschi (50 Milliarden $ sind da versenkt worden); jede Olympiastadt rechnet vor den Spielen die Kosten runter. London hat bei der Bewerbung von 2.5 Milliarden Pfund gesprochen, tatsächlich haben die Spiele fast das zehnfache gekostet, über 24 Milliarden Pfund. Athen und der griechische Staat haften für die 20 Milliarden Euro Verluste der Spiele von 2004, nebst den maroden und ungenutzten Sportstätten. Grundsätzlich ist es so, dass die SteuerzahlerInnen auf Milliardenkosten sitzen bleiben und das IOC Milliarden abzockt (allein für die Fernsehrechte kassierte das IOC bei den Londoner Spielen 4 Milliarden $!).

 

Olympia, das sind heute die Spiele für die herrschende, weltweite Oberschicht (altmodische auch Klasse genannt) in den VIP-Lounges – und die einfachen Leute dürfen zu Hause vor der Glotze das Spektakel verfolgen und anschließend die Verluste zahlen. Und diesen Irrsinn soll Berlin mitmachen?

 

Wir haben wahrlich andere Probleme mit Krieg, Wirtschaftskrise und menschenverachtender Flüchtlingspolitik. Aber wir denken, wir sollten die Zeit bis zur endgültigen Entscheidung über die deutsche Bewerbung am 6. Dezember nutzen, um noch mal kurz und knackig auf den Putz zu hauen.

Damit meinen wir die Wiederbelebung der alten populären Sportart:“Volxsport statt Olympia“.

 

Wir müssen den Politikern und den Mainstreammedien zeigen, dass wir uns nicht auf irgendwelche Volksbefragungen verlassen werden, sondern wir nehmen selbst das Heft in die Hand:

Jede/r das was er / sie kann. Auch die kleinste Protestaktion reicht schon.

Denn wenn über Protest und Widerstand gegen die Olympiabewerbung Berlins in den den internationalen Medien zu lesen ist, reagieren die IOC-Bonzen sehr empfindlich und verweisen wieder die Kandidatur Berlins auf den letzten Platz wie 1993 in Monte Carlo.

 

einige ehemalige aus dem aok

QUELLE: linksunten

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